Auf die Straßen geschickt 06-02-2006Ira Kohank ist 12 Jahre alt. Heute wohnt sie bei ihren neuen Pflegeeltern, Juri und Larrissa. Als kleines Mädchen wurde Ira auf die Straßen geschickt, um Geld für den Alkoholkonsum ihrer Mutter zusammenzubetteln.
Mehrmals wurde sie von Leuten, die sie kannten, im Luc’ker Kinderheim abgeliefert, aber ihre Mutter holte sie dort immer wieder, weil sie betteln musste. In dieser Zeit wohnte Ira allein auf den Straßen. Oft waren es im Winter 15-20 Grad Kälte. Schließlich wurde der Mutter das Sorgerecht entzogen, und Ira konnte endlich, zwei Jahre zu spät, in die Schule.
Ira geht jetzt in die 5. Klasse und kommt gut zurecht. Aber die ersten drei Jahre waren hart, erzählt sie. „Keiner besuchte mich in der Schule, aber dann traf ich Juri und Larrissa bei einem Ferienlager für elternlose Kinder. Sie boten an, ich könne bei ihnen wohnen, und das tue ich jetzt seit drei Jahren“ sagt sie. Juri und Larrissa haben selbst zwei Kinder, aber nicht das Sorgerecht für Ira. Sie bekommen keine Beihilfe von der Kommune und tragen deshalb die Unkosten selbst. „Für uns ist das natürlich hart und schwer,“ sagt Juri, aus dem die Liebe zur neuen Tochter herausstrahlt, „aber Ira hat eine ordentliche Kindheit verdient.“ Auf dem Bild steht Ira mit ihrem neuen Vater Juri.
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